Wissenschaft und / oder Religion?

Bereits für unsere Vorfahren, die Früh- oder Vor-menschen, wurde die  Religiosität als überlebenswichtiges Verhaltensmerkmal entwickelt (s. Kapitel Religiöse Weltbilder). Mystik und Religiosität - ererbte Verhaltensweisen - sind daher in  den Fundamenten aller Kulturen zu finden. Für den aufgeklärten (im Kant'schen Sinne!) Menschen, wieder unter Berücksichtigung der Exemplarstreuung (s. Gauss'sche Verteilung), müssen diese Verhaltensweisen nicht mehr als lebensnotwendig betrachtet werden. Aber die Reaktionszeit der Evolution liegt jenseits überschaubarer Zeiträume.
Im Kapitel Weltbilder in der Praxis wurde über die Verteilung der religiösen Durchdringung geschrieben. Hier sollen noch einmal die extremen Positionen, also die Randbereiche (s. auch Tabelle auf der Philosophieseite ) der Normalverteilung gegenübergestellt werden. Das ist die Gruppe derer, die die Bibel in vollem Umfang als Gottes Wort betrachten (die Kreationisten) und die Gruppe derer, in deren Weltbild kein Platz für einen Gott ist. Im Internet sind gelegentlich Diskussionen zwischen beiden Gruppen dokumentiert, die dann irgendwann ergebnislos eingestellt werden. Mir fiel angenehm auf, dass manche Auseinandersetzungen trotz unvereinbarer Standpunkte in einem seriösen Stil geführt wurden. Mir fiel weiter auf, dass die Diskutierenden nicht merkten, dass es zu keiner Annäherung kommen kann, weil in beiden Lagern völlig verschieden (nicht nur inhaltlich, sondern prinzipiell) gedacht wird. Die verschiedenen Standpunkte werden durch verschieden ausgeprägte Merkmale des Verstandes gestützt: In einem Fall dominiert das Glaubensbedürfnis - im anderen Fall die wissenschaftliche Neugier. Wenn ein Bibeltreuer argumentiert, er habe auch Physik studiert, zeigt das nur einmal mehr die Macht der Gene bzw. die Folgen frühkindlicher Prägung (s. auch Kapitel über religiöse Weltbilder), kann aber auch als Indiz für die Beweisnot interpretiert werden.

Dabei gibt es nur eine Physik, aber unglaublich viele Religionen.
(Die Analyse dieses Sachverhalts führt zu einem eindeutigen Ergebnis.)

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Sie können anhand des folgenden Tests selbst feststellen, welche Art zu denken Ihnen eigen ist:
In den einschlägigen Internetseiten findet man gelegentlich das folgende Argument:
Die biologische Evolution sei nicht beweisbar, weil schließlich keiner dabeigewesen sei der dies bezeugen könne.
a) Sie sind von der überzeugenden Klarheit dieses Argumentes begeistert. Es bestätigt ja auch, dass die meisten Dinge wirklich ganz einfach zu erklären sind. Sie übernehmen den Text in Ihre Argumentationskette oder setzen mindestens einen LINK darauf.
b) Sie erfahren eine Schrecksekunde. Erst nach nochmaliger Lektüre dieses Abschnittes erkennen Sie, dass der Verfasser hier keinen Witz machen wollte. Je nach Temperament stimmt Sie das unendlich traurig - oder Sie lachen sich kaputt.

Eine Diskussion kann nur dann Erfolg haben, wenn eine gemeinsame Basis vorhanden ist, andernfalls wird es ein Streitgespräch. Das soll nicht heißen, dass man aus Streitgesprächen nicht auch lernen könnte.
Ich versuche, die unterschiedlichen Denkprinzipien darzustellen:

Wer die Bibel als Gottes Wort (im Sinne der Bibel) betrachtet, findet bereits alle Fragen beantwortet. Denn dieser Gott ist die höchste Instanz, die Wahrheit schlechthin. Daraus folgt logischerweise, dass es keine anderen Wahrheiten geben kann. So weit, so gut. Was spricht gegen ein geschlossenes Weltbild, aus dem man die Kraft für das Leben schöpfen kann? Mir persönlich ist nur nicht klar geworden, wie man in diesem Fall mit den Scheußlichkeiten, die auch in der Bibel stehen und von keinem geringeren als von dem biblischen Gott selbst kommen, umgeht. Wenn mir jemand dazu eine erhellende mail senden würde, wäre ich sehr dankbar. "Man müsse die Bibel natürlich richtig lesen", zieht nicht. (Ich habe mich mit den historischen Zusammenhängen befasst und auch richtig lesen gelernt.)
Hier ist eine erhaltene Antwort auf diese Frage wiedergegeben:
Wenn doch alles gut war, warum hat Gott dann das Böse zugelassen? Das ist doch die Frage , oder ?
Auf diese und auf Ihre Frage , kann ich nur eine Antwort geben : DURCH LEID ZUR HERRLICHKEIT .
Was soll das , der Mensch soll LERNEN , das geht aber am besten durch LEIDEN . Wir sehen gerade heute wie durch den TERROR , der Mensch zum LERNEN gezwungen ist, gerade heute ist ein UMDENKEN  ein NEUORIENTIEREN  ein GROSSES LERNEN im gange . Letzten endes ist allein Gott, hinter allen SCHLÄGEN die wir bekommen VERANTWORTLICH. Nur muss ein Gott der LIEBE , das BÖSE nicht selber machen , dafür hat er den BÖSEN zugelassen. (Von Heinz Gaub,  http://home.t-online.de/home/hgaub)
Also wieder ein Ansatz zum Diskutieren.

Warum soll man aber nicht die Erkenntnisse der Naturwissenschaften ignorieren? Jeder ist schließlich seines Glückes eigener Schmied.

Die Chefideologen  einiger dieser Glaubensgemeinschaften gehen jedoch weiter. Sie empfehlen mehr oder weniger dringlich, keine andere Lektüre als die Bibel und die Schriften der Gemeinschaft zu benutzen. Das ist auch nicht schlimm, das haben die Kirchen früher auch getan. Es gibt Gemeinschaften, die noch weiter gehen: Sie bezeichnen alle anderen Weltanschauungen als Lüge, einschließlich der Naturwissenschaftlichen. (In der Konsequenz also einen Nobelpreisträger als Lügner.) Dieser letzte Punkt ist nach meiner Auffassung völlig unnötig und bei einigen Glaubensgemeinschaften auch in der Geschichte des Ursprungslandes USA begründet. Warum aber nicht, alle Gemeinschaftsmitglieder sind schließlich freiwillig dort und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte.
Wenn da nicht die Kinder wären, die ja irgendwann mit dieser frühkindlichen Prägung mit einem Platz in einer Industriegesellschaft konfrontiert werden. Damit rückt eine solche Gemeinschaft an den Rand der Gemeingefährlichkeit.

Dass auch die Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen Forschung als konkurrierender und falscher Glaube gesehen werden, ergibt sich zwangsläufig aus der oben geschilderten Problematik und kann daher nicht wegdiskutiert werden. Weitere Begründungen, in denen die mathematischen Grundlagen ignoriert und die entsprechenden Messungen als Irrtümer bezeichnet werden, haben bereits Unterhaltungswert. Charles Darwin stellt eines der beliebtesten Feindbilder dar. Allerdings in völliger Unkenntnis dessen, was dieser vor mehr als 140 bzw. 130 Jahren veröffentlicht hat. Man ist bei längst weiterentwickelten Standpunkten des 19. Jahrhunderts stehen geblieben.
Man stößt auch im Internet auf fundamentalistische Kreationisten, die alle anderen Auffassungen als Lügen und Wissenschaftler als Lügner und Täuscher bezeichnen. Andersdenkenden wird neben Verlogenheit auch Blödheit und  Schwachsinnigkeit bescheinigt. Ein aufschlussreiches Beispiel für eine solche Position finden Sie hier (externe Adresse). Im Gegenzug können sich aus der Sicht eines rationalen Verstandes solche Standpunkte zuweilen als geistig verwirrt darstellen. Im Kapitel Denkräume wird darauf näher eingegangen.
Über diese Zusammenhänge müssten sich die Vertreter des wissenschaftlichen Lagers im klaren sein, bevor sie in eine Diskussion einsteigen und sich über deren Ergebnislosigkeit wundern.

Das Dilemma liegt noch tiefer: Das oben beschriebenen Weltbild ist mit einem hochspezialisierten Organismus vergleichbar, um wieder einen Vergleich aus der biologischen Evolution heranzuziehen: Wenn das kleine niedliche Koala- Bärchen nicht die Blätter von ganz bestimmten Eukalyptusbäumen fressen kann, muss es ins Gras beissen. Wer sich zu einem so einseitigen Standpunkt als Fundament seiner Kultur verstiegen hat, wird manövrierunfähig und muss tatsächlich die Ergebnisse moderner wissenschaftlicher Forschung fürchten, denn diese könnten das Kulturgebäude zum Einsturz bringen. Das dies jedoch für ein modernes christlich-religiöses Weltbild unnötig ist, zeigt der gegenwärtige Papst, der sich längst an die Evolution gewöhnt hat und mit Stephen W. Hawking bereits einen small-talk über den Urknall geführt hat. Aber die Uhr tickt und man nimmt nicht zur Kenntnis, wie spät es ist. Die kulturelle Migration der Menschheit hat begonnen. Viele werden auf der Strecke bleiben.
Lesen Sie dazu auch:
Dr. Traugott Flamm (Wiesbaden):Glaube oder Wissen? Wie wird die Kirche auf die Herausforderung durch die Wissenschaften reagieren? (Aufklärung und Kritik 2/1999) und: Darwin - Generalangriff auf die Dogmen der Kirche. Wissenschaft kontra Theologie (Aufklärung und Kritik 1/2001) (s. Literaturverzeichnis).

Im Gegenzug werde ich nun versuchen darzustellen, warum naturwissenschaftliche Weltanschauungen nicht geglaubt werden können. Ausnahmsweise nicht am Beispiel der biologischen Evolution, denn auf diese wurde in den übrigen Kapiteln eingegangen.

Dem viel und heiß diskutierten Urknall liegt eine weltweit anerkannte Theorie zugrunde. Das war nicht immer so. Seit mit den Methoden der Physik (Schwierigkeitsgrad Oberstufe Gymnasium) die Rotverschiebung, der Wasserstoff-Helium Anteil im Universum und die kosmische Hintergrundstrahlung gemessen wurden, sehen konkurrierende Theorien alt aus. Denn nur durch eine konkurrierende Theorie, die das Universum (oder das, was wir beobachten) noch besser erklären kann oder durch eine neue Physik, wäre die Urknall-Theorie zu kippen. Nach den Regeln der Evolution muss sich auch eine Theorie, eine These und jeder Gedanke mit konkurrierenden Produkten auseinandersetzen, um das Überleben kämpfen. Das Urknall-Modell kränkelt hin und wieder, aber es lebt! (Man kann diese Theorie auch als "Krücke" bezeichnen, weil die Vorstellung einer sich ausdehnenden Raum-Zeit sehr viel schwerer vorstellbar ist).
Hier liegt bereits ein fundamentaler Unterschied zum Glauben: Wer glaubt, hält etwas, was er nicht weiß, für wahr. Wenn Gottes Wort in der Bibel die Wahrheit ist, kann es keine Alternative und keine neuen Erkenntnisse geben. Die Urknalltheorie beansprucht nicht, Wahrheit zu sein. Die Wahrheit, die Wirklichkeit des Seins, ist mit unserem Verstand bis auf weiteres nicht erfassbar. Diese Theorie ist  nur ein Modell, das heute die im Universum von uns beobachteten Vorgänge am besten auf der Basis unserer Physik erklären kann. Eine anerkannte Theorie zu sein bedeutet nur, dass darauf mit weiteren Thesen aufgebaut werden kann. Zum Beispiel: Die Möglichkeit beliebig vieler Universen ist eine ergänzende wissenschaftliche These, die sich nicht beweisen lässt. Verlockend ist sie, weil sie einige neue Erklärungsmöglichkeiten bietet. In der nächsten Ebene stossen wir in den Bereich der nicht wissenschaftlichen Spekulationen vor.
Noch eine Anmerkung für alle die meinen, dass Naturwissenschaftler an ihre Theorien glauben würden: Ein Naturwissenschaftler schlägt vor, er glaubt nicht. Er schlägt vor, einen Zusammenhang in bestimmter Weise zu diskutieren und baut darauf auf, nicht mehr. Wissenschaftliche Theorien werden durch Ergebnisse von Messungen und mathematische Gleichungen gestützt.
Es kann also keine Wissenschaftsgläubigkeit geben! Nur wer sich mit den Naturwissenschaften nicht befasst, diese ignoriert oder nicht versteht, also im Grunde nicht weiß worüber er da redet, kann dies als einen (konkurrierenden) Glauben betrachten.

Diskussionen zwischen den hier beschriebenen Gruppen können demnach nicht in den Bereich Erfahrungsaustausch einsortiert werden, sie sind dem Missionarstrieb, also dem Weitergebenwollen unserer Überzeugungen, zuzurechnen. Wir wollen das Überleben der eigenen Kultur (bzw. Weltanschauung) sichern.

(Gott?) sei Dank, auf friedliche Weise!
Lesen Sie den interessanten Aufsatz von Prof. Dipl. Ing. Edgar Baeger: Wissenschaft und Religion (externe Adresse)

Das Gehirn spielt uns so manchen Streich (s. Anmerkung auf der Hauptseite)

Die verschiedenen Denkräume, in denen sich die vorgenannten Gruppen befinden, werden durch die Leistungen unseres Gehirns ausgemalt:
Die Leistungen unseres Gehirns sind wunderbar und das in vielerlei Hinsicht. Es versorgt uns mit den Ergebnissen, die wir haben wollen. Es denkt nur logisch, kritisch oder vernünftig, wenn wir es dahingehend trainieren. Es denkt das, was wir denken wollen, es liefert die Bilder, die wir sehen wollen. Verschiedene Perspektiven und Positionen führen zu unterschiedlichen Denkmodellen und Weltbildern. Rabbiner Nathan Peter Levinson ist z. Bsp. in der Lage, das Alte Testament wie folgt zu beleuchten: Es bedarf schon eines gerüttelten Maßes an Verdrängung, den Monotheismus des Alten Testaments für "menschenfeindlich, strukturell gewalttätig" anzusehen und damit die Dinge genau auf den Kopf zu stellen. Rabbiner Nathan Peter Levinsohn in: DIE WELT 29.5.1999.
Franz Buggle, Psychologe, geb. 1933 dagegen schreibt: Die Bibel - und zwar nicht nur das Alte, sondern auch das Neue Testament - ist in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch, als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet.
Wenn man an die Wiedergeburt glaubt und sich mehr und mehr in diese Vorstellung hineinarbeitet, wird das Gehirn alle benötigten Bilder aus früheren Leben liefern. Es wird in manchen Fällen vollständige Abläufe (Filme) aus den vermeintlich früheren Leben generieren, wie es auch in unseren Träumen geschieht. Auch unsere Träume greifen auf Informationen zurück, die tief in unserem Gehirn gespeichert sind. Weil man sich dieser Informationen nicht bewusst ist, wird man dann erst recht von dem bzw. den früherem(n) Leben überzeugt sein. Wer mit dieser Arbeitsweise des Gehirns nicht vertraut ist, hat keinen Grund an der Existenz dieser virtuellen Denkräume, bei diesem Beispiel an der Existenz früherer Leben, zu zweifeln, schließlich hat er die Beweise selbst erlebt.
Wer rational und wissenschaftlich denkt und die Natur beobachtet (sehend und nicht nur guckend), wird zu dem Schluss kommen, dass das Thema Wiedergeburt Ergebnis menschlichen Wunschdenkens und des Glaubensbedürfnisses ist.

Kreationisten, die den Inhalt der Bibel als Gottes Wort und damit als die absolute Wahrheit betrachten, werden von ihrem Gehirn mit den für dieses Weltbild zweckmäßigen  Gedankengängen unterstützt. Aber nur weil sie so denken wollen. Und auch in diesem Fall zweifelt man nicht an den Leistungen des Gehirns. Die Chefideologen einiger dieser Glaubensgemeinschaften verabreichen ihren Mitgliedern vorsorglich eine Gehirnwäsche auf Raten, die alternative Denkräume versiegelt (==>Zum Beispiel WTG).
Wer das biblische Weltbild mit einem kritisch denkendem Verstand hinterfragt, sich mit den vorchristlichen Kulturen und der geistigen Verfassung eines primitiven Hirtenvolkes vor vier-  bis dreitausend Jahren auseinandersetzt und eine Vielzahl alternativer Erklärungsmöglichkeiten für die Aussagen der Bibel mit einbezieht und diese nach den Regeln der Vernunft und dem Geist des zwanzigsten Jahrhunderts prüft und vor allem den Zweck, für den die verschiedenen Schriften der Bibel geschrieben wurden analysiert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu völlig anderen Ergebnissen kommen. (Im Literaturverzeichnis wird diesbezüglich auf einige interessante Aufsätze hingewiesen.)
Oder anders formuliert: Man kann in den Geschichtsbüchern nachlesen, aus welchen Kulturen und Kulten, aus welchen Beweggründen und von wem die Grundlagen des Christentums in mehreren Schritten zusammengebastelt wurden. Man kann die Geschichtsbücher aber auch ignorieren. Das allerdings hat der Menschheit noch niemals weitergeholfen!

Der folgende Satz aus der vom Vatikan am 29.11.1998 herausgegebenen Verkündigungsbulle des großen Jubiläums des Jahres 2000 eignet sich für eine Analyse bzw. Diskussion über die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten im Rahmen der oben beschriebenen Denkmuster:

 Den Blick fest auf das Geheimnis der Menschwerdung des Gottessohnes gerichtet,
schickt sich die Kirche an, die Schwelle des dritten Jahrtausends zu überschreiten.
Probieren Sie es aus, der Gehalt dieses kurzen Satzes wird sich  für beide Lager als unerschöpflich erweisen!

Im Kapitel Presseartikel finden sie ein Essay von Salman Rushdie zur gegenwärtig beobachtbaren Renaissance des Kreationismus in den USA - und den Leserbrief einer Kreationistin. Ich enthalte mich einer Wertung - prüfen Sie Ihre Reaktion auf den Leserbrief, z.B.: a)Lebhafte Zustimmung  b)Sprachlos  c)Bleiben Sie ruhig oder regt Sie irgendetwas auf?
Wenn Sie jetzt dem jeweils Andersdenkenden einen unterentwickelten Verstand bescheinigen möchten (wie es z.B. die Verfasserin des Leserbriefes tut), am liebsten schriftlich mit Durchschlag, dann sind Sie möglicherweise auf dem Holzweg. Selbst wenn im vorliegenden Fall die sogenannte Intelligenz (gemäß der Definition in Ihrem Lexikon) ungleich verteilt sein sollte, haben wir es hier in erster Linie mit unterschiedlichen Denkweisen zu tun. Es sind im Grunde zwei verschiedene (geistige) Arten, die sich hier entwickelt haben. Ein Vergleich mit verschiedenen Arten einer Tierfamilie  ist durchaus nicht abwegig. Es darf natürlich darüber philosophiert werden, ob eine der beiden Ausprägungen als "höher entwickelt" betrachtet werden kann. Aus Sicht der Natur  wäre das die Form mit den größeren Überlebenschancen. Meine These dazu finden Sie im Kapitel:Eine wird gewinnen.
Unsere Nachfahren werden es genauer wissen.

Einen weiteren kreationistischen Kommentar zum Artikel von S. Rusdie finden Sie hier, allerdings mit einigen Anmerkungen von mir ergänzt.


Wer die Idee der göttlichen Schöpfung stützen will, wird die wunderbare Entwicklung des Planeten Erde in den Vordergrund stellen. Wer den selben Ablauf der Dinge rational betrachtet, wird zuerst auf Milliarden Sternensysteme verweisen, bei denen es nicht geklappt hat und davon ausgehen, dass bei diesen Milliarden Fällen keine zwei gleichartigen zu finden sind. Das relativiert das Wunder unseres Planeten.

Perspektiven: Wer arm ist, wird einen Milliardär für etwas ganz außergewöhnliches, fast undenkbares aus einer Traumwelt halten. Ein Milliardär sieht das anders. Er wird sagen, dass dies schließlich jeder werden könne, denn er sei es ja auch nur geworden. Er wird vermutlich seine Welt für normal halten. Viele Touristen haben ihren Urlaub schon in eingezäunten und bewachten zoologischen Gärten (andere Bezeichnung: Ressort - Ferienhotelanlage) verbracht und sich vermutlich wohlgefühlt. Für die Mehrheit der Erdbevölkerung undenkbar.

Mit der  Thematik der Leistungen unseres Gehirns befasst sich das Buch von Karl R. Popper, John C. Eccles, 1989: Das Ich und sein Gehirn (s. Literaturverzeichnis)

Akt: 14.10.2001

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