Spekulationen über die Zukunft der Menschheit
(hier kann auch Ihre Version festgehalten werden!)

Wendet man die Spielregeln der biologischen Evolution auf die des Geistes an, so ist folgendes Szenario möglich:
Aus der Kulturvielfalt gingen bis heute immer wieder mehr oder weniger erfolgreiche Kulturen hervor. Eine Kultur ist dann erfolgreich, wenn sie sich lange behaupten kann. Offensichtlich ist der richtige Weg noch nicht gefunden worden. Man kann sich darüber Gedanken machen, warum die alte chinesische Kultur als einzige der großen Kulturen über Jahrtausende bis heute überlebt hat. Lag es vielleicht daran, dass es weder Götter noch Gott gab, in deren Namen man Unheil anrichten konnte? Denn diese Kultur war vergleichsweise friedlich. Es ist möglicherweise nicht falsch, schon einmal chinesisch zu lernen.
Die Wissenschaftskultur hat gute Chancen, denn sie ist schon heute international und steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. Wer Wissenschaft besitzt, hat Macht, wobei hier nicht Waffengewalt gemeint ist. Nur eine friedliche Kultur hat langfristig Aussicht auf Erfolg. Mit Macht ist die Fähigkeit gemeint, die Umwelt und die Lebensbedingungen dem Menschen anpassen zu können oder gegebenenfalls auch umgekehrt. (Die biologische Evolution kann diesen Dienst für unsere hochspezialisierte Art nicht mehr leisten.) Wir werden unser biologisches Trägersystem stabilisieren können (in einem ersten Schritt mit behelfsmässigen Lösungen), oder den Geist auf eine Maschine portieren. Dieser hätte die Möglichkeit, die Grenzen unseres Verstandes zu überwinden und müsste nicht die Erblasten der Evolution mit sich herumschleppen. Mit diesem Thema befasst sich der Aufsatz:

  Die genetische Wachablösung.
Diese Maschinen werden der heutigen Halbleitertechnologie entwachsen sein (Quantenrechner, Molekülrechner. in Nanotechnologie gefertigt?), es werden möglicherweise bio-chemische Technologien mit sich selbst organisierenden Strukturen zur Anwendung kommen. Die Softwareentwickler sind bereits unterwgs. Zukünftige KI - Systeme werden nicht von Programmierern entwickelt, sie werden sich selbst entwickeln, nach den vorgegebenen Regeln der Evolution.
Die zukünftige Wissenschaftskultur beherrscht die Schlüsseltechnologien des Mikrokosmos:
Nanotechnologie, Gentechnologie. Die unser Verhalten betreffende Erblast der Evolution wird überwunden, wesentliche Fragen des Seins sind beantwortet.

Auch diese Perspektive hat schon ihre ungeduldigen Anhänger, organisiert natürlich. Die Extropianer. Im Land der ungeahnten Möglichkeiten. Sie können es gar nicht erwarten, nachzulesen im Artikel Wir werden Gott ersetzen. Aber keine Sorge, es wird noch dauern. Wir verfügen weder über die dafür erforderliche Rechnertechnologie, noch haben wir die Arbeitsweise des Gehirns bzgl. des Bewusstseins enträtselt. 


Aber so problemlos werden wir aus dem gegenwärtigen Schlamassel nicht herauskommen. Man kann den experimentellen Einsatz der Gentechnolgie nicht weltweit durch gesetzliche Regelungen steuern. Auch hier wird man zunächst das, was man beim Menschen gerne versuchen würde, an Tieren ausprobieren. Man stelle sich die möglichen Ergebnisse und daraus resultierenden Szenarien vor, wenn diese Versuche die Weiterentwicklung der geistigen Fähigkeiten zum Ziel haben!

Vielleicht zerbrechen wir uns den Kopf ganz umsonst, denn evolutionäre Sackgassen sind keine Ausnahmeerscheinung. Das bischen Geist und Verstand, auf das wir uns soviel einbilden, könnte sich auch als eine nicht tragfähige Lösung erweisen. Das wäre dann unter dumm gelaufen einzuordnen.

Akt: 28.04.2005

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