Verkündigungsbulle des grossen Jubiläums des Jahres 2000
vom 29.11.1998

Eigentlich möchte man sich aus diesem Thema heraushalten. Denn auf die im Namen des Christentums begangenen Verbrechen hinzuweisen (damit ist nicht die Verherrlichung des im Namen Gottes begangenen und im alten Testament beschriebenen Massenmordes gemeint) wird gerne als Verletzung religiöser Gefühle interpretiert und das möchte man ja auch nicht. Denn sie wissen nicht, was sie Glauben ist der bezeichnende Titel eines Buches, das Sie im Literaturverzeichnis finden.
Hier werden trotzdem einige Auszüge aus der obengenannten Bulle kommentiert:

Da ist vor allem das Zeichen der Reinigung des Gedächtnisses: es verlangt von allen einen mutigen Akt der Demut, nämlich die Verfehlungen zuzugeben, die von denen begangen wurden, die den Namen Christen trugen und tragen.

Wer mehr erwartet, sucht vergebens. Nur zwei Absätze weiter wird wieder alles klar:

Die Geschichte der Kirche ist eine Geschichte der Heiligkeit.

Die Reue fehlt noch immer, obwohl doch alles ganz einfach wäre:

Der Blick sei daher fest auf die Zukunft gerichtet. Der barmherzige Vater stellt die Sünden, die wir wirklich bereut haben, nicht in Rechnung (vgl. Jes 38, 17).

Millionen kamen im Namen des Christentums um. Durch heilige (die grausamsten der Menschheitsgeschichte) Kriege, aus niederen Beweggründen abgeurteilt und grausam hingerichtet oder einfach millionenfach abgeschlachtet. Märtyrer auf der falschen Seite?
Siehe auch:          ====================> Die Opfer christlichen Glaubens (externe Adresse)

Ein Holocaust-Denkmal im Vatikan ist überfällig.
Jetzt zu den anderen Märtyrern:
13. Ein dauerndes, aber heutzutage besonders beredtes Zeichen für die Wahrheit der christlichen Liebe ist das Gedächtnis der Märtyrer.
Unser nunmehr zu Ende gehendes Jahrhundert hat vor allem als Folge des Nationalsozialismus, des Kommunismus und der Rassen- oder Stammeskämpfe zahllose Märtyrer hervorgebracht. Menschen aller Gesellschaftsschichten haben für ihren Glauben gelitten, indem sie ihr Festhalten an Christus und der Kirche mit dem Leben bezahlten oder mutig endlose Jahre der Gefangenschaft und Entbehrungen aller Art auf sich nahmen, um nicht vor einer Ideologie zurückzuweichen, die sich in das Regime einer grausamen Diktatur verwandelt hatte. Vom psychologischen Gesichtspunkt her ist das Martyrium der eindrucksvollste Beweis für die Wahrheit des Glaubens, die selbst dem gewaltsamsten Tod ein menschliches Gesicht zu geben vermag und ihre Schönheit auch in den grausamsten Verfolgungen zum Ausdruck bringt.
Diesen letzten Satz musste ich mehrmals lesen. Eigentlich unglaublich, wenn man an die Millionen Opfer denkt. Falls Sie es nicht glauben, lesen Sie in der Verkündigungsbulle(externe Adresse) nach!



Zum Schluss eine persönliche Anmerkung des Autors (am Weihnachtstag 1998):
Als Deutscher trage die unheilvolle Geschichte des Nationalsozialismus mit mir herum. Ich schäme mich dessen. Ich danke dem Schicksal, dass mir bis zum Jahr 1945 das Denken noch erspart blieb. Andere sprechen von der Gnade der späten Geburt.
Als Europäer trage ich die unheilvolle Geschichte des Christentums mit mir herum. Ich schäme mich der unzähligen Holocausts, die in der alten und vor allem in der neuen Welt von Europäern im Namen des Christentums, im Namen Gottes, begangen wurden. Ich danke meinen Eltern, dass sie mich nicht im Kindesalter in eine Religion hineingezwungen haben. Ich hatte dadurch die Chance, ausschliesslich die Regeln der Vernunft (die uns allen auch in die Wiege gelegt wurde) zur Basis meines Weltbildes zu machen.
Aber: Seit Beginn des Jahres 2003 kann man auch als Deutscher wieder etwas stolz auf sein Vaterland sein: Es hat aus seiner Geschichte gelernt!!!
Akt: 05.04.2003

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